MEMMINGEN AIRPORT (EDJA)

Nutzen Sie für Ihre Pilotenausbildung die Vorteile, wie  sie nur ein Verkehrsflughafen bietet!
Hier können Sie auch in den Wintermonaten Ihre Ausbildung weiterführen und lernen von Anfang an die Abläufe eines Verkehrsflughafens kennen.

Obwohl der Flughafen Memmingen mit einer 2.401 Meter langen Start- und Landebahn ausgestattet und somit ausgehend davon prinzipiell auch für größere Flugzeuge wie der Boeing 767 geeignet ist, wurde der Platz aufgrund der Hindernissituation (Tower, Shelter, Hallen und bewaldeter Höhenzug in naher Umgebung) sowie der beschränkten Ausstattung der Bodenanlagen (unter anderem auf Grund der früheren Nutzung vergleichsweise schmale Rollwege und Start- beziehungsweise Landebahn) nur für Flugzeuge bis zu einer Flügelspannweite von maximal 36 Metern genehmigt. Aus diesem Grund wird der Flughafen Memmingen hauptsächlich von Maschinen aus den Boeing 737- und Airbus A320-Familien angeflogen.

Der Flughafen verfügt in Richtung 24 über ein Instrumentenlandesystem der Allwetterflugbetriebsstufe CAT I sowie in beiden Richtungen über ein Circling-Anflugverfahren, ungerichtete Funkfeuer und GPS-Unterstützung.

 

GESCHICHTE

Fliegerhorst Memmingerberg 1935–1945

1935 wurde ein Militärflugplatz bei Memmingerberg angelegt, der am 18. Oktober 1936 Richtfest feierte. Kurz darauf wurden Teile des Kampfgeschwaders 255 Alpengeschwader stationiert, welche bald darauf in Kampfgeschwader 51 Edelweiß umbenannt wurden. Von diesem genutzte Flugzeugtypen waren unter anderem die HE 111, die DO 17 und die JU 88.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde das Geschwader Anfang 1940 nach Frankreich verlegt. Daraufhin wurde die Anlage erweitert, unter Anderem mit einer einen Kilometer langen Start- und Landebahn aus Beton. Während des Krieges wurde der Platz von der Zerstörerschule 2 weitergenutzt. Auch diente er zur Erprobung verschiedener neuer Fluggeräte, darunter dem ersten Düsenjäger Me 262 oder dem Amerikabomber Me 264. Auch andere Kampfverbände wurden kurzzeitig, manchmal nur für wenige Tage, auf dem Fliegerhorst stationiert.

Der erste schwere Bombenangriff mit großen Schäden auf den Platz erfolgte am 18. März 1944. Am 18. und am 20. Juli 1944 gab es weitere schwere Angriffe, die schließlich auch die verbliebene Infrastruktur zerstörten. Bis zur Kapitulation im Jahr 1945 gab es noch zwei weitere schwere Angriffe, bei denen nicht nur der Fliegerhorst, sondern auch Teile Memmingens zerstört wurden, was zu hohen Verlusten bei der Zivilbevölkerung führte.

Nach dem Krieg dienten die noch intakten Gebäude als provisorische Unterkünfte für Heimatvertriebene.

Militärflughafen von 1954 bis 2003

Ab 1954 nutzten die Amerikaner das Areal des Fliegerhorsts als Übungsplatz. 1955 begann man mit dem Wiederaufbau der Start- und Landebahn, Hallen und Gebäude. Im Juni 1956 wurde ein Vorkommando der Flugzeugführerschule S auf den Platz verlegt, welche dann ab Oktober 1956 den vollen Flugbetrieb mit Flugzeugen vom Typ Piper PA-18 und Nord Noratlas aufnahm.

1959 wurde die Schule nach Faßberg und von dort das neugebildete Jagdbombergeschwader 34 nach Memmingerberg verlegt. Am 5. Mai 1959 wurde diese neue Einheit, die 1992 den Beinamen „Allgäu“ bekam, durch den damaligen Bundesminister der Verteidigung Franz Josef Strauß feierlich in Memmingerberg in Dienst gestellt.

Während des Kalten Krieges wurden amerikanische Atomwaffen auf dem Gelände gelagert.

Am 30. Juni 2003 wurde das Geschwader „Allgäu“ aufgelöst und der Fliegerhorst als solcher stillgelegt.